Töpferwissen Basics - Wichtiges zum Arbeiten mit Ton

Was ist Ton?

Ton entsteht durch Verwitterung von Gestein (Feldspat). 

Welche Tonarten gibt es?

Unterscheidung nach Farbe:

  • weißbrennend
  • rotbrennend
  • schwarzbrennend (nicht >1100°C brennen wegen Blasenbildung)

 

Unterscheidung nach der Plastizität:

  • unschamottiert (insb. zum Drehen geeignet)
  • schamottiert (insb. beim Aufbauen für Stabilität und gleichmäßige Trocknung)
    • feinschamottiert 
    • grobschamottiert (insb. für große Gefäße, Skulpturen, Objekte, etc.)

Schamottkörner sind gebrannte Tonkörnchen in verschiedenen Feinheitsgraden.

Welche keramischen Warengattungen gibt es?

  • Irdenware (niedrigbrennend bis 1100 °C, poröser farbiger Scherben)
  • Steingut (max. Brenntemperatur 1240°C, weißer Scherben)
  • Steinzeug (hochbrennender Ton je nach Art bis 1340°C , dicht, hart, oft weißbrennend)
  • Porzellan (hochbrennbar bis 1460°C, dicht, in dünner Lage durchscheinend weiß)

Welche Tonzustände unterscheidet man?

Schlicker – weich aber klebrig – plastisch formbar – lederhart – lufttrocken – geschrüht (vorgebrannt) – gesintert (verglast) – geschmolzen – verdampft 
... einhergehend mit Wasserentzug und Gasabspaltung während des Brennens

Was ist beim Trocknen von Keramik zu beachten?

Grundsätzlich sollte Keramik langsam trocknen, und zwar, umso langsamer, je größer und dickwandiger die Werkstücke sind, um Spannung zwischen feuchten und trockenen Stellen zu vermeiden (Trockenrisse). Das bedeutet, dass kleine Werkstücke unzugedeckt trocknen können – größere und flachere Teile (z.B. Teller, Platten, etc.) sollten abgedeckt durch Zeitung oder Plastikfolie getrocknet werden, so dass die Teile vom Boden her trocknen und nicht von den Rändern. Stücke am besten in einem kühlen Raum ohne Zugluft trocknen lassen.

 

Bei Arbeitspausen kann der Trocknungsprozess durch völliges Eindecken des Stückes mit Plastikfolie unterbrochen werden.

 

Im lufttrockenen Zustand kann Ton nicht mehr miteinander neu verbunden werden, sondern nur noch im lederharten ritzbarem Zustand. 

Wie kann man Ton wieder aufarbeiten?

Lufttrockener Ton in Wasser einsumpfen und stehen lassen, Wasser abschütten und Schlicker auf saugfähigem Untergrund (z.B. Gipsplatte) bis zur richtigen plastischen Konsistenz trocknen lassen, in Plastiktüten luftdicht einpacken und zum Wiederverwenden neu kneten und schlagen.

Wie ist Ton vor dem Formprozess vorzubereiten?

Vor der Bearbeitung ist Ton zu kneten ("Ochsknopf-Knetmethode") und evtl. zu schlagen, um Lufteinschlüsse zu vermeiden bzw. um die Masse zu homogenisieren. Ansonsten besteht die Gefahr des Abplatzens bzw. von Trockenrissen.

Was sind Engoben?

Als Engoben bezeichnet man mit Farboxiden oder Farbkörper eingefärbten Tonschlicker, der evtl. noch mit anderen Bestandteilen versetzt auf das Werkstück im lederharten Zustand aufgetragen wird. 

Was ist eine Glasur?

Eine Glasur ist ein Glas, was auf einem keramischen Körper aufgeschmolzen ist. 

Hauptbestandteile einer Glasur sind Quarz als Glasbildner, Flussmittel (Stoffe, die den Schmelzpunkt des Quarzes verringern) sowie Tonerde-haltige Rohstoffe, die die Aufgabe haben, die Glasur am Scherben haften zu lassen.

Weitere Information zum Thema Glasuren

Welche Möglichkeiten gibt es, Keramik zu brennen?

Keramik kann im Holz-, Kohle-, Gas- oder Elektroofen gebrannt werden, wobei letztgenannter häufigste Verwendung findet.

 

Beim Brennen verändert sich das Volumen des Werkstückes aufgrund des Wasserentzuges, so dass die Werkstücke im Schnitt bei Steinzeugtemperatur 10 % schrumpfen. 

Was ist eine Schrühbrand?

Die Werkstücke werden in einem ersten Brand bei ca. 900°C vorgebrannt. 

Was ist ein Glattbrand bzw. Glasurbrand?

In einem zweiten Brand werden die Stücke nach dem Glasieren bei einer Endtemperatur gebrannt. Diese richtet sich nach der verwendeten Tonmasse und natürlich nach der maximalen Brenntemperatur des Ofens. 

Was sind sogenannte primitive Brenntechniken?

Keramische Stücke können auch in einem offenen Feuer mittels organischem Materials wie z.B. Heu, Stroh oder Sägemehl unter bestimmten Bedingungen gebrannt werden.

Was ist Raku?

Raku ist eine niedrig gebrannte Ware (traditionell in Japan früher für die Teezeremonie hergestellt), wobei die Gefäße aus dem glühenden Ofen (ca. 900°C oder 1200°C) herausgenommen und in Sägespäne oder Pflanzenreste getaucht bzw. reduziert werden.

Welche möglichen Fehler können beim Arbeiten mit Ton auftreten?

  1. Verziehen des Scherbens – verursacht durch ungleichmäßiges Trocknen bzw. zu schnelles oder zu hohes Brennen. 
  2. Reißen – verursacht durch ungleichmäßiges Trocknen bzw. falsches / fehlendes Kneten, zu schnelles Brennen oder kalte Zugluft in den Ofen
  3. Absprengen und Platzen – verursacht durch Lufteinschlüsse, Brennen noch feuchter Keramik oder wenn Glasur und Scherben in ihrem jeweiligen Ausdehnungsverhalten nicht zusammenpassen.
  4. Blasen in der Glasur – verursacht durch beim Brand entweichenden Gasen aus dem Ton oder der Glasur bzw. möglich, wenn die Werkstücke unter- oder überbrannt werden.
  5. Haarisse – verursacht, wenn Glasur und Scherben in ihrer jeweiligen Ausdehnung nicht zusammenpassen oder bei z.B. zu frühes Öffnen des Ofens bzw. Herausnahme der Werkstücke.